Vasektomie rückgängig machen: Was die Vasovasostomie leisten kann — und was nicht

Kann eine Vasektomie rückgängig gemacht werden? Die Vasovasostomie ist technisch möglich, aber die Erfolgsrate sinkt mit der Zeit. Ein Überblick über Chancen, Grenzen und Alternativen.

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Eine Vasektomie gilt als dauerhafte Verhütungsmethode. Dennoch stellen sich manche Männer irgendwann die Frage, ob sie reversibel ist. Die Antwort ist differenziert: Technisch ist eine Rückoperation möglich — medizinisch ist sie aber keine Garantie auf eine erneute Zeugungsfähigkeit. Dieser Beitrag erklärt, was die sogenannte Vasovasostomie ist, unter welchen Bedingungen sie sinnvoll sein kann und was die Erfolgsraten realistisch erwarten lassen.

Was passiert bei einer Vasektomie?

Bei einer Vasektomie werden die beiden Samenleiter (Ductus deferentes) durchtrennt und verschlossen. Die Spermien, die in den Hoden produziert werden, können danach den Ejakulationsweg nicht mehr erreichen. Die Hormonproduktion und die Erektionsfähigkeit bleiben vollständig erhalten — nur der Spermientransport ist unterbrochen.

Der Eingriff ist auf Dauer ausgelegt. Eine Vasektomie sollte nur dann vorgenommen werden, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist. Mehr zur Methode (inklusive moderner Techniken wie der No-Scalpel-Vasektomie) finden Sie hier: Vasektomie in Wien bei UROMED.

Was ist eine Vasovasostomie?

Die Vasovasostomie ist die chirurgische Wiederherstellung der Samenleiter nach einer Vasektomie. Dabei werden die beiden durchtrennten Enden des Samenleiters unter dem Operationsmikroskop wieder miteinander vernäht. Das erfordert mikrochirurgische Präzision: Der Innendurchmesser des Samenleiters beträgt weniger als einen Millimeter.

In manchen Fällen ist die Vasovasostomie technisch nicht ausreichend — dann wird eine Vasoepididymostomie durchgeführt. Dabei wird der Samenleiter direkt mit dem Nebenhoden verbunden, weil sich dort über die Jahre eine Obstruktion (Verschluss) gebildet hat. Diese Operation ist noch anspruchsvoller und wird seltener durchgeführt.

Wie hoch ist die Erfolgsrate?

Hier liegt der entscheidende Punkt, den viele Männer unterschätzen: Die Erfolgsrate hängt stark davon ab, wie viele Jahre seit der Vasektomie vergangen sind.

Obstruktives IntervallDurchgängigkeit (Patency)SchwangerschaftsrateQuelle
3 Jahre97 %76 %[1–2]
3–8 Jahre88 %53 %[1–2]
9–14 Jahre79 %44 %[1–2]
≥ 15 Jahre71 %30 %[1–2]

Quellen: [1] Herrel LA, Goodman M, Goldstein M, Hsiao W. Outcomes of Microsurgical Vasovasostomy for Vasectomy Reversal: A Meta-Analysis and Systematic Review. Urology. 2015. — [2] Vasectomy Reversal. Fertility and Sterility. 2006. Guideline.

Zwei Kennzahlen sind hier zu unterscheiden:

  • Technischer Erfolg: Ob nach der Operation wieder Spermien im Ejakulat nachweisbar sind (Durchgängigkeit).
  • Schwangerschaftsrate: Ob tatsächlich eine Schwangerschaft eintritt — sie ist immer niedriger, weil Faktoren wie das Alter der Partnerin, die Spermienqualität und die reproduktive Gesundheit beider Partner eine Rolle spielen.

Warum sinkt die Erfolgsrate mit der Zeit?

Nach einer Vasektomie produzieren die Hoden weiterhin Spermien — diese können aber nicht mehr abtransportiert werden. Der entstehende Druck im Nebenhoden kann über die Jahre zur Bildung einer Obstruktion führen. Außerdem entwickeln manche Männer Antispermien-Antikörper, da das Immunsystem auf angestaute Spermien reagieren kann. Diese Antikörper können die Beweglichkeit und Befruchtungsfähigkeit der Spermien beeinträchtigen — selbst wenn die Samenleiter wieder offen sind.

Das ist ein Grund, warum die Schwangerschaftsrate nach mehr als 15 Jahren auf rund 30 Prozent sinken kann, obwohl in vielen Fällen wieder Spermien im Ejakulat nachweisbar sind.

Wann ergibt eine Vasovasostomie Sinn?

Eine Vasovasostomie kann sinnvoll sein bei:

  • Veränderter Lebenssituation (z. B. neue Partnerschaft, Verlust eines Kindes)
  • Vasektomie in sehr jungem Alter mit geändertem Kinderwunsch
  • Relativ kurzer Zeit seit der Vasektomie (z. B. unter 5 Jahren)

Sie ist keine Routineoperation. Die Entscheidung erfordert eine eingehende urologische Abklärung, eine realistische Einschätzung der Erfolgsaussichten und — wenn eine Partnerin betroffen ist — auch eine gynäkologische Fertilitätsabklärung.

Was kostet eine Vasovasostomie?

Die Vasovasostomie ist kein standardisierter Eingriff und wird von spezialisierten Zentren für Mikrochirurgie oder Andrologie durchgeführt. Die Kosten liegen in Österreich je nach Klinik und Aufwand häufig zwischen € 2.500 und € 5.000 — die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten in der Regel nicht. Einzelne Zusatzversicherungen können einen Teil erstatten.

Wenn Sie sich grundsätzlich für die Kosten einer Vasektomie interessieren (als Ausgangspunkt der Entscheidung), finden Sie hier einen Überblick: Vasektomie Kosten.

Alternative: Spermiengewinnung und assistierte Reproduktion

Wenn eine Vasovasostomie nicht erfolgversprechend ist oder nicht gewünscht wird, gibt es eine weitere Option: die direkte Spermiengewinnung aus dem Hoden oder Nebenhoden (z. B. TESA/MESA) kombiniert mit einer In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI).

Diese Methode umgeht den blockierten Samenleiter vollständig. Die Erfolgsrate hängt dann primär von der Qualität der gewonnenen Spermien und dem Alter der Partnerin ab. Sie ist aufwendiger, teurer und erfordert ein reproduktionsmedizinisches Zentrum.

Häufige Fragen zur Vasovasostomie

Ist die Vasektomie reversibel?

Technisch ja — eine vollständige Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit ist aber nicht garantiert und sinkt mit zunehmendem Zeitabstand zur Vasektomie deutlich.

Wann sollte die Vasovasostomie durchgeführt werden?

Je früher nach der Vasektomie, desto besser die Prognose. Unter drei Jahren sind die Erfolgsaussichten am höchsten.

Wie lange dauert die Operation?

Eine Vasovasostomie dauert in der Regel 2 bis 4 Stunden, je nach Befund. Sie wird meist unter Vollnarkose oder Regionalanästhesie durchgeführt.

Wie lange dauert es, bis ein Ergebnis sichtbar ist?

Nach der Operation dauert es 3 bis 6 Monate, bis sich die Spermienqualität stabilisiert hat. Erst danach ist eine verlässliche Beurteilung möglich.

Kann man vor einer Vasektomie Spermien einfrieren?

Ja — das sogenannte Kryosperma ermöglicht, Spermien vor der Vasektomie einzufrieren. Diese stehen dann für eine spätere assistierte Befruchtung zur Verfügung. Diese Option muss vor der Vasektomie besprochen und organisiert werden.

Fazit

Die Vasovasostomie ist technisch machbar, aber kein Eingriff mit garantiertem Ergebnis. Je länger die Vasektomie zurückliegt, desto eher sinken Durchgängigkeit und Schwangerschaftschancen. Wer eine Vasektomie in Betracht zieht, sollte sie als dauerhafte Maßnahme planen. Wer eine Rückoperation erwägt, sollte einen auf Andrologie und Mikrochirurgie spezialisierten Urologen aufsuchen und die Erfolgsaussichten realistisch einschätzen lassen.

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