Niemand redet darüber. Aber es betrifft jeden

Sexuell übertragbare Infektionen nehmen zu. Warum Kondome wichtiger sind denn je, woran man eine STI erkennt und warum Testen kein Tabu sein sollte.

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Kondome sind out? Dein Körper denkt anders.

Sexuell übertragbare Infektionen nehmen zu – und das liegt nicht daran, dass wir mehr Sex haben. Es liegt daran, dass immer weniger Menschen beim Sex auf Schutz achten. Kondome gelten vielen als lästig, altmodisch oder vertrauensbremsend. Aber was passiert mit dem Körper, wenn der Schutz wegfällt – darüber spricht kaum jemand offen.

Was sind sexuell übertragbare Infektionen überhaupt?

Kurz gesagt: Infektionen, die beim Sex weitergegeben werden. Die bekanntesten sind Chlamydien, Gonorrhö (Tripper), Syphilis und Herpes genitalis. Was viele nicht wissen: Die meisten davon verursachen anfangs keine oder kaum Beschwerden. Man merkt nichts – gibt die Infektion aber trotzdem weiter.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Die Fallzahlen steigen europaweit stark an. Gonorrhö beispielsweise wurde 2023 mehr als dreimal so häufig gemeldet wie noch 2016. Und das sind nur die erfassten Fälle – viele Infektionen bleiben unentdeckt, weil die Betroffenen keine Symptome haben und sich nicht testen lassen.

Woran erkenne ich eine Infektion?

Das Tückische: oft an gar nichts. Manchmal gibt es Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, Ausschlag oder Wunden im Genitalbereich – aber häufig bleibt alles unauffällig. Deshalb ist regelmäßiges Testen so wichtig, vor allem wenn man wechselnde Sexualpartner hat.

Was passiert, wenn eine STI nicht behandelt wird?

  • Chlamydien können unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen.
  • Syphilis kann innere Organe befallen – Herz, Leber, sogar das Gehirn.
  • Gonorrhö wird zunehmend resistenter gegen Antibiotika, was die Behandlung schwieriger macht.

Kurz: Was harmlos klingt, kann langfristig ernsthafte Folgen haben.

Und was ist mit Herpes?

Herpes genitalis ist weitverbreitet – und unheilbar. Das Virus bleibt lebenslang im Körper und kann immer wieder ausbrechen. Auch hier: Übertragung ist oft möglich, ohne dass man selbst Beschwerden hat.

Was schützt wirklich?

Das Kondom. Kein anderes Verhütungsmittel schützt vor sexuell übertragbaren Infektionen. Die Pille, die Spirale, der Ring – sie schützen vor Schwangerschaft, aber nicht vor Infektionen. Wer auf Kondome verzichtet, geht ein echtes Risiko ein – auch in einer festen Beziehung, wenn beide nicht getestet wurden.

Testen ist kein Zeichen von Misstrauen

Ein STI-Test ist kein Vorwurf an den Partner oder die Partnerin. Er ist einfach verantwortungsvolles Handeln – genauso wie zum Zahnarzt gehen oder Blut abnehmen lassen. Beim Urologen oder der Gynäkologin kann man diskret und ohne Scham einen Test machen lassen. Es reicht oft eine Urinprobe oder ein Abstrich.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kondome benutzen – immer, auch mit neuen Partnern.
  • Regelmäßig testen lassen, wenn man wechselnde Sexualpartner hat.
  • Keine Symptome bedeutet nicht keine Infektion.
  • Über Safe Sex zu reden ist keine Peinlichkeit – es ist Selbstrespekt.

Dein Körper gehört dir. Schütz ihn.


Verfasst von Priv. Doz. DDr. Mehmet Özsoy, Facharzt für Urologie, UROMED KompetenzZentrum Urologie Wien. Bei Fragen oder für einen diskreten STI-Test: (01) 353 44 14 oder Termin online buchen.

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