Immer wieder Harnwegsinfekte? Was die meisten Frauen noch nicht wissen

Wiederkehrende Harnwegsinfekte bei Frauen: Ursachen, Vorbeugung und moderne Therapiemöglichkeiten. Was wirklich hilft – und wann Antibiotika nötig sind.

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Wiederkehrende Harnwegsinfekte bei Frauen: Was hilft wirklich?

Kaum jemand spricht gerne darüber – aber Harnwegsinfekte sind für viele Frauen leider kein einmaliges Erlebnis. Fast jede zweite Frau bekommt im Laufe ihres Lebens mindestens einen. Und bei rund jeder vierten bis fünften Betroffenen kehren sie immer wieder zurück. Das ist nicht nur unangenehm – es belastet auch die Lebensqualität erheblich.

Wann spricht man von „wiederkehrenden” Infekten?

Wenn eine Frau mindestens dreimal im Jahr oder zweimal innerhalb von sechs Monaten einen Harnwegsinfekt hat, gilt das als rezidivierend. Die typischen Beschwerden kennt wohl jede:

  • Brennen beim Wasserlassen
  • Häufiger Harndrang
  • Schmerzen im Unterleib
  • Manchmal auch Blut im Urin

Warum passiert das immer wieder?

Die Ursachen sind vielfältig. Bei jüngeren Frauen spielen oft sexuelle Aktivität oder bestimmte Verhütungsmethoden (wie Spermizide) eine Rolle. Nach den Wechseljahren verändert sich die Schleimhaut im Genitalbereich – sie wird empfindlicher und schützende Bakterien nehmen ab. Auch anatomische Besonderheiten oder eine Blasenentleerungsstörung können dazu beitragen.

Was kann man selbst tun?

Bevor Antibiotika ins Spiel kommen, gibt es einiges, das Frauen selbst ausprobieren können:

  • Viel trinken – klingt banal, wirkt aber tatsächlich. Wer täglich mindestens zwei Liter trinkt, kann das Rückfallrisiko deutlich senken.
  • Nach dem Geschlechtsverkehr zur Toilette gehen – das hilft, Bakterien auszuspülen.
  • Auf Spermizide verzichten – sie stören die natürliche Schutzflora.

Natürliche Helfer – was ist wirklich belegt?

Cranberry-Produkte sind weitverbreitet – die Studienlage ist aber gemischt. Einen eindeutigen Nutzen konnte die Forschung bislang nicht bestätigen.

Pflanzliche Präparate wie die Kombination aus Tausendgüldenkraut, Liebstöckel und Rosmarin zeigen in Studien bessere Ergebnisse und können bei milden Beschwerden eine echte Alternative zu Antibiotika sein.

Bei Frauen nach den Wechseljahren hat sich eine lokale Östrogentherapie (als Creme oder Zäpfchen direkt in der Scheide angewendet) als sehr wirksam erwiesen. Sie hilft, die Schleimhaut zu stärken und schützende Bakterien wieder anzusiedeln – und ist sicherer als eine systemische Hormontherapie.

Wann braucht es Antibiotika?

Bei starken akuten Beschwerden sind Antibiotika nach wie vor das wirksamste Mittel. Wenn es darum geht, Rückfälle langfristig zu verhindern, empfehlen Leitlinien zunächst die natürlichen Maßnahmen auszuschöpfen – erst wenn diese nicht ausreichend helfen, kommt eine niedrig dosierte Antibiotika-Prophylaxe in Betracht.

Das bespricht man am besten individuell mit dem Arzt oder der Ärztin.

Gibt es neue Ansätze?

Ja – und das ist ermutigend. Sogenannte Immuntherapien in Form von Kapseln oder Sprays sollen das körpereigene Abwehrsystem gezielt stärken, sodass Bakterien erst gar nicht Fuß fassen können. Erste Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse. Diese Therapien sind gut verträglich und könnten langfristig den Bedarf an Antibiotika deutlich senken.

Das Wichtigste in Kürze

Wiederkehrende Harnwegsinfekte müssen kein Dauerschicksal sein. Mit dem richtigen Trinken, gezielter Vorbeugung und – wenn nötig – einer auf die eigene Situation abgestimmten Therapie lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.

Sprechen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin offen an: Es gibt heute deutlich mehr Möglichkeiten als früher – und nicht jede davon enthält Antibiotika.


Verfasst von Dr. Florian Berndl, Facharzt für Urologie, UROMED KompetenzZentrum Urologie Wien. Sie haben Fragen oder möchten einen Termin vereinbaren? (01) 353 44 14 oder Termin online buchen.

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